Scheisshaufen
November 8th, 2008
Gesund ist es, widrigen Umständen in der näheren Umgebung handelnd entgegenzuwirken: Sich wegen Hundescheiße einen Magentumor anzuärgern, kann jeder. Die Hundescheiße nicht als fertig in die Welt gekacktes Objekt, sondern als Ausgangspunkt für weiterführende Überlegungen, Handlungen, was auch immer zu nehmen, darin erst zeigt sich der Mensch. Intervention nennt der Feuilletonist dergleichen und jubelt, denn da liegt nicht nur ein Haufen in der Gegend, sondern viel Subtext. Da ich kein Feuilletonist bin, fällt mir nur ein schlüssiger Subtext ein: Es war tatsächlich ein Scheißspiel gewesen, damals, ihr wisst noch, als Podolski nicht jubelte, obwohl er zweimal traf. Und wir betrunken nach Hause wankten, ohne in Hundehaufen zu treten, weil, ja weil nette Menschen nette Fähnchen in nette Haufen gesteckt hatten, und wir sie zu übersehen nicht mehr in der Lage waren.
Hasibärimausi
Oktober 20th, 2008
Die Paranoiker, die gerne und oft auf die Islamisierung Europas hinweisen machen und zu glauben scheinen, dass wir hier in 25 Jahren in einem Gottesstaat unter der Scharia leben werden, wird dieses Bild beunruhigen: Was wir hier sehen, ist ein Hasenpärchen, und es ist deutlich zu erkennen, welches das Weibchen ist: jenes Häslein, das verschleiert auf die Straße linst. Und jetzt werden die Paranoiker wieder sagen: Da! Da habt ihrs! Wieder ein Beweis, selbst die Hasen müssen in diesem Multi-Kulti-Sumpf mit Schleier vor der Nase herumhoppeln!
Dabei ist das gar kein Weibchen. Bloß ein Bankräuber. Mit Geisel.
Scheissrosen
Oktober 13th, 2008
Nein, hier wird keine Vorverurteilung des “Scheiß-Typs” stattfinden, der Rosen klaut: denn er mag Gründe haben, die uns unbekannt sind. Verständnislose Vorverurteilungen sind Legion, da wird flugs aus jedem Sonnenstrahl die Klimaerwärmung, aus jedem Regentropfen El Nino, aus jedem Hasenheiden-Besucher ein Drogenkonsument, und aus Neukölln das Harlem der 70er. Ohne Rosen.
Aber Neukölln ist ein Ort stiller Hoffnung, deswegen glauben wir fest daran, dass der gute Mann (oder die gute Frau, wer weiß, vielleicht wars auch eine “Scheiß-Type”) jemandem Gutes tat mit den Rosen, sie seiner krebskranken Angebeteten schenkte vielleicht, oder dem dem Alkoholismus verfallenen Nachbarn, woraufhin sich Angebetete und Nachbar Arm in Arm lagen und leise slawische Volksweisen sangen.
Und das wäre ein guter Grund, Rosen zu klauen.
[Disclaimer: Ich wars nicht!]


